Raue Schale, präziser Kern – Zylinderwegmessung mit VSE

Volumensensoren von VSE sind für den Einsatz in hydraulischen Prüf- und Testanlagen, aber vor allem in dosiertechnischen und verfahrenstechnischen Prozessen bekannt. Dort dosieren, messen und mischen sie mit ihrer hochpräzisen Messtechnik zuverlässig Kunststoffe, Harze, Farben, Fette, Öle und viele andere Flüssigkeiten.

Weniger bekannt ist der Einsatz bei der sogenannten Zylinderwegmessung: Die VSE Sensoren messen die Menge eines im Zylinder verdrängten Fluids – meist Hydrauliköl – und können so exakt die Position des Kolbens im Zylinder bestimmen. Ein Verfahren mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten – vor allem zur Steuerung von schwerem Gerät und unter extremen Bedingungen.

Dass beispielsweise ein normaler Mini-Bagger mit Hilfe von VSE Volumensensoren und dem Verfahren der Zylinderwegmessung zu einer selbst steuernden Baumaschine werden kann, hat ein Forschungsteam von der Hochschule Aschaffenburg gezeigt. Die Volumensensoren der Serie VS, die an Hydraulikzylindern des Baggerarms installiert wurden, lieferten per Zylinderwegmessung Daten über die Position des Baggerarms und der Schaufel.

Mit diesen und anderen Werten sowie diversen Steueranlagen könnten Baumaschinen tatsächlich völlig autark arbeiten. Bagger und Planierraupen, die Tag und Nacht und an den Wochenenden arbeiten, Baustellen die im Handumdrehen wieder verschwunden sind – all das bleibt wohl dennoch erst einmal ein Wunschtraum, denn die Technik ist noch zu teuer für den Serien-Einsatz an Baumaschinen.

Es gibt aber andere Anwendungsmöglichkeiten, denn im Gegensatz zu anderen Messgeräten sind die VSE Volumensensoren wie gemacht für raue Bedingungen. Die Messtechnik liegt im Inneren eines robusten Gehäuses. Einflüsse, wie Hitze, Staub, Druck, Salzwasser oder Feuchtigkeit, machen ihr nichts aus.

Sie sind so gut geschützt, dass sie sich sogar in der extremen Umgebung von Bergwerken, Steinbrüchen und Minenschächten bewährt haben. Hier werden die Messgeräte an sogenannten Jumbo-Drillern eingesetzt. Imposante Maschinen, die mit mehreren Armen Sprenglöcher in das harte Gestein bohren. Es gibt viele Anforderungen an eine Sprengung und ebenso zahlreich sind die Parameter, die die Sprengmeister im Voraus berechnen und einrichten müssen. So zum Beispiel die genaue Position der Sprengladung im Stein und die Tiefe der Bohrlöcher.

Die präzise Messtechnik der Volumensensoren an den Bohrarmen der Jumbo-Driller überwacht die Arbeit via Zylinderwegmessung – das Gerät stoppt, wenn die gewünschte Tiefe erreicht ist.

Volumensensoren von VSE werden auch in Steuereinheiten zur Stabilisierung von Motorbooten verbaut

Aufgrund der hohen Präzision sind die Volumensensoren von VSE auch in Steuereinheiten zur Stabilisierung von Motorbooten verbaut. Diese kontrolliert die Lage des Bootes bei höheren Geschwindigkeiten. Jede Lageänderung wird dabei von den Volumensensoren registriert und an die Steuereinheit weitergeleitet. Sie stellt die optimale Lage in Sekundenschnelle wieder her.

Volumensensoren registrieren kleinste Veränderungen und werden daher auch für sicherheitsrelevante Aufgaben wie beispielsweise in Stahlwerken eingesetzt. Bei einem besonderen Gießverfahren wird dem flüssigen Stahl bereits im Guss seine Form verliehen. Der glühende Stahl fließt dabei in einem Stück in ein Führungssystem, das auf Hydraulik-Rollen gelagert ist. Über dieses Rollen-System kühlt der Stahlstrang langsam ab und gelangt in die Weiterverarbeitung. Die hydraulisch gelagerten Rollen werden durch das hohe Gewicht des Stahls und Temperaturen von über 1000 Grad sehr stark beansprucht. Um Hydrauliköl-Leckagen in dem System rechtzeitig aufzuspüren, werden Volumensensoren eingesetzt. So können defekte Rollen umgehend ausgetauscht werden.

Obwohl der hier beschriebene Einsatz von Volumensensoren eine Nischenanwendung ist, zeigt es doch, wie vielfältig die Hochpräzisionstechnik von VSE eingesetzt werden kann.